Seltene Sperber-Nestlinge an der Schillerschule gerettet

Aufmerksame Schülerinnen und Schüler sowie der schnelle Einsatz des NABU Bretten retteten fünf junge Sperber.

Am Montagnachmittag, 22. Juni 2026, erreichte den NABU Bretten ein ungewöhnlicher Hilferuf aus der Schillerschule: „Falken sind aus dem Nest gestürzt.“ Schülerinnen und Schüler hatten fünf weiße Jungvögel unter einem Weißdornbusch auf dem Schulgelände entdeckt. Die Tiere wurden vorsichtig eingesammelt und zunächst in einem Karton gesichert.

Roland Sautter und Ernst Weiß vom NABU Bretten stellten schnell fest, dass es sich nicht um Turmfalken, sondern um etwa zwei Wochen alte Sperber handelte – eine in Bretten deutlich seltener brütende Greifvogelart.

Eine Schülerin zeigte den beiden Naturschützern die Fundstelle. Das ursprüngliche Nest war stark beschädigt und konnte nicht mehr verwendet werden. Kurzerhand wurde ein Weidenkorb mit dünnen Zweigen und Hackschnitzeln ausgepolstert und rund 1,5 Meter neben dem alten Nest in etwa 3,5 Metern Höhe sicher im Weißdorn befestigt. So erhielten die jungen Sperber ein neues, stabiles Zuhause.

Zunächst bestand Sorge, ob die Altvögel ihre Jungen im Ersatznest weiter versorgen würden, denn während der Rettungsaktion waren sie weder zu sehen noch zu hören. Bereits am nächsten Morgen kontrollierte Ernst Weiß das Nest und konnte Entwarnung geben: Die Jungvögel waren munter und ihre Kröpfe gut gefüllt – ein sicheres Zeichen dafür, dass die Eltern die Fütterung wieder aufgenommen hatten. Auch in den folgenden Tagen beobachtete Roland Sautter regelmäßig die erfolgreiche Versorgung der fünf Jungvögel. Bereits am Peter-und-Paul-Samstag waren drei der jungen Sperber flügge geworden.
Roland Sautter und Ernst Weiß sind überzeugt: „Hätten die Schülerinnen und Schüler nicht so besonnen gehandelt und den NABU verständigt, hätten die fünf jungen Sperber kaum eine Überlebenschance gehabt.“

Der NABU Bretten bedankt sich herzlich bei den Schülerinnen und Schülern der Schillerschule für ihr umsichtiges Verhalten und ihren Einsatz für den Naturschutz.